Nachhaltigkeit im Ostseeraum

Forschungsinhalte

  • Was genau heißt eigentlich „Nachhaltigkeit“ im Ostseeraum?
    Was und wo sind die Hauptnachhaltigkeitsprobleme im Ostseeraum?
    Wer sind die Verursacher dieser Probleme?
     
  • Was sind Lösungsvorschläge für diese Probleme und wo und in welchen Bereichen tut man sich besonders schwer mit der Bewältigung der Nachhaltigkeitsprobleme?
    Warum? Wo liegen die Barrieren für die Umsetzung der Lösungen?
     
  • Wo im Ostseeraum gibt es Erfolgsgeschichten der Nachhaltigkeit und sind diese übertragbar?
     
  • Welche Rolle spielt nachhaltiges individuelles Verhalten, z.B. Konsumverhalten für die Nachhaltigkeit im Ostseeraum und wie kann es nachhaltiger werden?
     
  • Biobasiertes Wachstum: Fluch oder Segen?
    Kann Wachstum, biobasiert oder nicht, (im Ostseeraum) überhaupt nachhaltig sein?
    Macht der Zusatz „biobasiert“ tatsächlich einen Unterschied im Hinblick auf mehr Nachhaltigkeit?

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Das IFZO auf dem Forum zur EU-Strategie für den Ostseeraum

Die EU-Strategie für den Ostseeraum feiert 2019 ihr zehnjähriges Bestehen. Das jährliche Strategieforum, auf dem 800 Entscheidungsträger und Stakeholder Ergebnisse aufzeigten und Verbesserungspotentiale diskutierten, fand vom 12. bis 13. Juni in Gdansk statt. Das Motto in diesem Jahr: Reduce, Reuse, Rethink!

Der Klimawandel und der Schutz des weiterhin ausgesprochen fragilen Ökosystems Ostsee wurden als größte Herausforderungen des Ostseeraums in den Fokus der Tagung gestellt. Ein intaktes Ökosystem Ostsee ist nicht nur die Voraussetzung für das Wohlbefinden der Menschen, die hier leben. Es ist direkte oder indirekte Grundlage einer ganzen Reihe von Wirtschaftszweigen (wie dem Tourismus) und somit auch für die Entwicklung der Region entscheidend. Doch der weiterhin zu hohe Nährstoffeintrag - insbesondere durch die Landwirtschaft - sowie die Verschmutzung durch Schadstoffe und Plastik stellen nach wie vor eine immense Bedrohung des Ökosystems dar.

Ein Lösungsansatz, der den Mittelpunkt der Tagung darstellte, ist die Kreislaufwirtschaft. Recycling auf den verschiedenen Stufen der Produktion und des Konsums reduziert den Stoffeintrag in die Ostsee und schützt gleichzeitig das Klima. Rednerinnen wie die EU-Kommissarin für den Binnenmarkt, Industrie und Unternehmertum, Elzbieta Bienkowska, betonten die Potentiale, die sich aus der stärkeren Orientierung auf eine Kreislaufwirtschaft für die Region ergeben. Projekte wie „Baltic Blue Growth“ oder „Desire“ sind Flaggschiffprojekte der EU-Ostseestrategie, die hier ansetzen. In „Baltic Blue Growth“ wird etwa die kommerzielle Miesmuschelzucht in der Ostsee ausgetestet, die Nährstoffe aus dem Gewässer entzieht und in die Wirtschaftskreisläufe zurückbringt. Im Projekt „Desire“ (Development of sustainable peatland management in the Neman river catchment) ist die Universität Greifswald der federführende Partner. Das Projekt ist am Greifswalder Moorzentrum angesiedelt und hat zum Ziel, eine moorerhaltende und somit nachhaltige Bewirtschaftung über Paludikultur im Einzugsgebiet der Memel zu etablieren.

Text: Stefan Ewert


IFZO Cluster „Nachhaltigkeit“ zum UN-Report „Biodiversität“ aus Ostseeperspektive

Der am Montag in Paris vorgestellte UN-Report zur Biodiversität hat eindrücklich vor Augen geführt, wie dramatisch das aktuelle Artensterben ist. Das sich auch in der Ostsee gerade viele höhere Arten wie z.B. aus der Gruppe der Vögel, Fische oder Meeressäuger in keinem guten Zustand befinden, ist in langjährigen Untersuchungen der HELCOM gut dokumentiert. Die Ostsee als relativ artenarmes Ökosystem – Forscher schätzen die Artenzahl hier auf 5.000-6.000 – ist als Brackwassersee ein weltweit einmaliges Ökosystem, für dessen Schutz sich eine besondere Verantwortung ergibt.

Ein Umsteuern verlangt grundlegende Änderungen – doch es ist möglich. Die „Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services“ (IPBES) zeigt als Verfasserin des UN-Reports auf, dass ein nachhaltiges Fischereimanagement funktionieren kann. Und im Ostseeraum ist es in den letzten Jahrzehnten gelungen, die Schadstoffeinträge in die See spürbar zu reduzieren. Wie ein nachhaltiger Umgang mit den natürlichen Ressourcen des Ostseeraums möglich ist, ist eine Kernfrage des neuen Interdisziplinäres Forschungszentrum Ostseeraum (IFZO) an der Universität Greifswald. Auf dem Kickoff-Workshop des Clusters Nachhaltigkeit am 07.06. wird diese Frage von Wissenschaftlern und Praktikern diskutiert werden.

Text: Stefan Ewert


Workshops

Liste der Workshops des Clusters Nachhaltigkeit im Ostseeraum