Kirchemusik (Diplom)

Kirchemusik (Diplom)

Das Institut für Kirchenmusik und Musikwissenschaft der Ernst-Moritz-Arndt-Universität setzt die Tradition der Kirchenmusikschule Greifswald fort, die im Jahre 1939 in Stettin als Seminar für Kirchenmusik der Pommerschen Evangelischen Kirche gegründet und nach Kriegsende in Greifswald neu angesiedelt worden war.

An der Universität hatte es zuvor bereits von 1928 bis 1940 ein kirchenmusikalisches Seminar gegeben. Auch ein Institut für Musikwissenschaft hat es bereits vor dem Zweiten Weltkrieg an der Universität gegeben, das unter Leitung von Hans Engel nicht nur für die musikwissenschaftliche Regionalforschung richtungsweisend war. Von 1959 bis 1996 bestand ein selbständiges Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik.

Die Orgeln der drei Hauptkirchen St. Jacobi, St. Marien und St. Nikolai, die jährlich stattfindende Bachwoche, die Sommerakademie Orgel und die musikalische Arbeit des Domchores setzen für das Kirchenmusikstudium in Greifswald Akzente. Schwerpunkte der heutigen Forschung und Lehre am Institut sind Musik und Musikkultur des Ostseeraumes, die Musik des 17. bis 20. Jahrhunderts (H. Schütz, J.S. Bach, R. Strauss), die historische Aufführungspraxis und Popularmusik in der Kirche.

Der Diplom-Studiengang Kirchenmusik ist eine selbständige Kirchenmusikerausbildung, die zur hauptberuflichen kirchenmusikalischen Tätigkeit qualifiziert. Sie bereitet Studierende darauf vor, alle Tätigkeiten eines Kirchenmusikers in der Gemeinde wahrzunehmen. Das Studium vermittelt dazu die künstlerisch-musikalischen, theologischen und pädagogischen Voraussetzungen. Darüber bietet das Studium auch eine gute Grundlage für eine späteren Einsatz im außerkirchlichen Bereich, insbesondere auf musikpädagogischen Arbeitsfeldern.

Als Voraussetzung der Zulassung zum Diplom-Studiengang gelten die allgemeine Hochschulreife und der Nachweis musikalischer Fähigkeiten im instrumentalen, vokalen und musiktheoretischen Bereich durch eine Eignungsprüfung. Eignungsprüfungen finden in der Regel im Januar/Februar und im Juni/Juli für das jeweils folgende Semester statt; die Bedingungen und Termin können im Institut erfragt werden. Von der Vorlage des Abiturzeugnisses kann bei besonderer musikalischer Begabung abgesehen werden; erforderlich ist dann mindestens ein Realschulabschluss.

Die Regelstudienzeit beträgt neun Semester im Diplomstudiengang. Das Grundstudium wird mit der Diplom-Vorprüfung (die als kirchenmusikalische C-Prüfung anerkannt werden kann) abgeschlossen. Das Hauptstudium schließt mit dem Erwerb des akademischen Grades "Diplom-Kirchenmusiker" ab.

Im instrumentalen Bereich bilden die Hauptfächer Orgel, Klavier und Orgelimprovisation einen besonderen Schwerpunkt. Das Fach Chorleitung umfasst auch die Bereiche Kinderchor- und Orchesterleitung. Praktika während des Studiums dienen in besonderer Weise der Einübung in die Tätigkeiten zukünftiger Kirchenmusiker. Die Zusammenarbeit mit der Theologischen Fakultät (Liturgik und Hymnologie) trägt zur praxisnahen Ausbildung bei.

Fakultative Lehrveranstaltungen sowie das allgemeine Vorlesungsangebot der Universität ermöglichen eine vielseitige Erweiterung der Allgemeinbildung sowie eine Bildung von Schwerpunkten.

Im Falle besonderer musikalischer Begabung und Neigung können Aufbaustudiengänge zur Erlangung besonderer "künstlerischer Reife" belegt werden. In den Fächern Orgel, Orgelimprovisation und Chorleitung können in einem viersemestrigen Studium die künstlerischen Fähigkeiten ergänzt und vertieft werden. Durch verstärkten Einzelunterricht und flankierende Angebote wird das Profil für eine besonders qualifizierte berufliche Tätigkeit geschärft.

Voraussetzung für die Zulassung zum Aufbau-Studiengang ist das Bestehen der Diplom-Prüfung Kirchenmusik oder einer gleichwertigen Hochschulprüfung mit mindestens der Note 1,5 in dem dem Aufbaustudiengang entsprechenden Hauptfach sowie eine Eignungsprüfung (künstlerisch-praktisch im Hauptfach, Gespräch). Auskünfte über Termine und Beratung werden im Institut gern erteilt.

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