IFZO ist...

... das Interdisziplinäre Forschungszentrum Ostseeraum. Es erforscht kooperationsbasierte und konfliktbasierte Zukunftsprojektionen in den Gesellschaften des Ostseeraums und konzentriert sich dabei auf die Beantwortung zentraler Fragen und Herausforderungen der Gegenwart. Das Untersuchungsgebiet umfasst die Ostseeanrainer sowie das Hinterland im Einzugsbereich der großen Flüsse. Historisch betrachtet ist die Ostseekooperation aus einer sicherheitspolitischen Logik erwachsen. Zusammenarbeit in verschiedenen Politikfeldern senkt das Potential für militärische Auseinandersetzungen zwischen Nachbarstaaten. Sukzessiv kamen die Vorteile der Zusammenarbeit für die Regionalentwicklung in Form von Legitimationsnarrativen der inter- und transnationalen Zusammenarbeit dazu. Dieses Gefüge wird derzeit (verstärkt) durch neue Nationalismen gestört, was insbesondere die Relevanz von sicherheitspolitischen Fragestellungen im Ostseeraum wieder erhöht. So gibt es im Ostseeraum eine Gleichzeitigkeit und Konkurrenz einerseits von kooperationsbasierten und andererseits von konfliktbasierten Zukunftsprojektionen.

Aktuell ist der Ostseeraum einer der am weitesten integrierten maritimen Kulturräume der Welt. Seit 1989 stellen die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche Deutschland und Osteuropa vor Herausforderungen, auf die gleichermaßen mit „Integration“ und „Abgrenzung“ reagiert wurde. Vor diesem Hintergrund wird nach gemeinsamen Lösungen in den Bereichen Ökologie, digitale Innovationen, Energie und Sicherheit gesucht. Entsprechend werden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IFZO gemeinsam mit ihren Partnern im Ostseeraum folgende Problemebereiche analysieren:

 

(1) Internationale Beziehungen und Sicherheit

(2) Neue Nationalismen

(3) Zur Gegenwart des kulturellen Erbes

(4) Regionale Entwicklung und Ländliche Räume

(5) Nachhaltigkeit im Ostseeraum

(6) Energie

 

Bis 2021 werden aus den so erzielten Erkenntnissen entsprechende Forschungsprogramme und zu bearbeitende Forschungsprojekte entwickelt. Im Mittelpunkt der hier beschriebenen Rahmenthemen steht neben dem wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn die dezidierte „Anwendbarkeit“ und der Transfer der Erkenntnisse für landes-, regional- und bundespolitische Interessen- und Anspruchsgruppen (Stakeholder) sowie Verwaltungen, Wirtschaftsförderung und politischen Institutionen im Ostseeraum.