Studieren in Zeiten der Pandemie – Wie geht es den Studierenden wirklich?

Symbolbild Studierende in der Mensa, ©Philipp-Marthaler
Symbolbild Studierende in der Mensa, ©Philipp-Marthaler

Deutschlandweit beobachten die Studierendenwerke spätestens mit Beginn des zweiten Lockdowns im Winter 2020 einen erhöhten Beratungsbedarf der Studierenden. Der Wegfall der äußeren Struktur, die zunehmende Vereinsamung und Vereinzelung, Zukunfts- und Versagensängste, eine Zunahme oder Verstärkung von depressiven Episoden und nicht zuletzt finanzielle Unsicherheiten und Sorgen beschäftigen die Studierenden in Mecklenburg-Vorpommern aufgrund der andauernden Covid-19-Pandemie. Die individuellen Eindrücke der Sozialberater*innen und psychologischen Beratungsstellen sollen nun durch eine breit angelegte Umfrage systematisch für das Land Mecklenburg-Vorpommern erfasst werden. Studierende der Universitäten Greifswald und Rostock, der HMT Rostock sowie der Hochschulen in Wismar, Stralsund und Neubrandenburg werden ab Montag, 01.03.2021, dazu aufgerufen, an der Online-Befragung teilzunehmen.

Das Studierendenwerk Rostock-Wismar und das Studierendenwerk Greifswald organisieren die Befragungen für die jeweiligen Standorte. Unter den Teilnehmenden werden attraktive Sachpreise verlost, um die Motivation zur Teilnahme zu erhöhen.

Das Studierendenwerk Greifswald kooperiert für seine Standorte mit dem Zentrum für Psychologische Psychotherapie (ZPP) der Universität Greifswald. Verschiedene Untersuchungen zeigen mittlerweile, dass gerade die jüngeren Menschen zwischen 18 und 25 Jahren besonders unter den Einschränkungen durch die Pandemie leiden. In einer ersten Studierendenbefragung durch das ZPP im Dezember letzten Jahres berichtete die Mehrzahl der rund 1200 Teilnehmenden, sich durch die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie belastet zu fühlen. Rund ein Viertel der Studierenden fühlte sich allein oder isoliert. „Im Mittel lagen eine mild ausgeprägte Angst- und depressive Symptomatik vor, wobei insbesondere Schlafstörungen ein Problem darstellen“, fasst Frau Prof. Dr. Eva-Lotta Brakemeier, Direktorin des ZPP und Inhaberin des Lehrstuhls für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Universität Greifswald die Ergebnisse zusammen und ergänzt: „Besonders auffällig war, dass sich 20 Prozent der Studierenden eine psychotherapeutische Behandlung wünschen. Die aktuelle Befragung in Zusammenarbeit mit dem Studierendenwerk wird nun zeigen, wie sich der verlängerte Lockdown auf die psychische Situation der Studierenden auswirkt. Um auch konkrete Hilfe anzubieten, erweitern wir derzeit digitale Unterstützungsangebote auf der Homepage des ZPPs für diese Zielgruppe. Zudem können Studierende auch das Angebot zur psychotherapeutischen Corona-Sprechstunde am ZPP wahrnehmen.“

Neben der Erfassung des psychischen und sozialen Wohlbefindens, soll die Befragung auch ein Bild über die Wahrnehmung von Unterstützungsangeboten des Studierendenwerkes liefern. „So können wir nicht nur unsere eigenen Angebote oder die Kommunikation dieser Angebote kritisch beleuchten und noch besser an die Bedürfnisse der Studierenden anpassen, sondern erhalten auch ein tatsächliches, datenbasiertes Bild darüber, welche eventuellen zusätzlichen Hilfen sich die Studierenden wünschen würden. Die Sozialberatung und psychologische Beratung sind laut geltendem Gesetz über die Studierendenwerke Mecklenburg-Vorpommern keine grundständigen Aufgaben, d. h. sie müssen vollständig aus den Semesterbeiträgen finanziert werden. Die letzten Jahre haben bereits unabhängig von der Pandemie gezeigt, dass der Bedarf an psychologischer und sozialer Unterstützung im Studium immer stärker nachgefragt wird und im Hinblick auf den Studienerfolg der Studierenden in Mecklenburg-Vorpommern unerlässlich geworden ist“, erläutert Dr. Cornelia Wolf-Körnert, Geschäftsführerin des Studierendenwerkes Greifswald.

Die Umfrage läuft bis zum 19.03.2021. Danach wird die Auswertung für die Angebote der Studierendenwerke für das gesamte Land Mecklenburg-Vorpommern und die einzelnen Standorte erfolgen. Mit der Erhebung und Auswertung wurde das Unternehmen Conomics Research & Results aus Halle (Saale) beauftragt, das bereits diverse Befragungsprojekte für Studierendenwerke in ganz Deutschland betreut hat. Darüber hinaus wird das ZPP der Universität Greifswald eigene Auswertungen zur psychischen Belastung der Studierenden durchführen und mit bisherigen Daten vergleichen.

Quelle
Pressemitteilung des Studierendenwerkes Greifswald vom 25.02.2021

Ansprechpartnerin des Studierendenwerkes Greifswald AöR
Nele Reidenbach
Interne & externe Kommunikation
Am Schießwall 1–4, 17489 Greifswald
Telefon 03834 86 1714
reidenbachstw-greifswaldde
www.stw-greifswald.de

 


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