Der Duke selbst bezeichnete das Werk als „the most important thing I have ever done“; ein Opus magnum gewissermaßen, das von Ellingtons musikalischen wie spirituellen Erfahrungen erfüllt ist. Mit diesem geistlichen Konzert drang der Jazzmusiker in tiefgreifende Sphären des Ausdrucks und weltlicher wie geistlicher musikalischer Regionen vor.
Das Sacred Concert trägt zweifellos auch biografische Züge in sich, arbeitete Ellington mit diesem Werk doch freudige und auch tragische Ereignisse seines Lebens auf, dabei immer in Verbindung mit seinem Glauben an Gott. Man könnte also durchaus von einem Glaubensbekenntnis des Musikers und Menschen Ellington sprechen. Es entsprach Ellingtons Musizierstil, dass jede weitere Aufführung des Sacred Concert, mit dem er und seine Band durch ganz Amerika und Europa tourten und dabei auf verschiedene Chöre trafen, eine neue Form und Reihenfolge sowie spontan entstehende interpretatorische Ansätze bekam. Musiker:innen und Solist:innen traten immer wieder in improvisierten Solopassagen hervor.
Aus diesen unterschiedlichen Aufführungen bildeten sich im Laufe der Jahre auch zwei weitere Fassungen bzw. Folgen des Sacred Concert heraus. Die Frohbotschaft des Werks blieb aber immer die Gleiche: Es preist die Freiheit des Lebens für alle Menschen, ihre Brüderlichkeit und die Barmherzigkeit Gottes an. Da Duke Ellington vom Sacred Concert keine verbindliche Partitur hinterließ, rekonstruierten die dänischen Komponisten und Musiker John Høybye und Peder Pedersen 1993 eine Notenfassung für Big Band, Chor und Sopransolo, in der die vollen Gesangslinien und Harmonien enthalten sind. Diese Fassung ist auch Grundlage der heutigen Aufführung – unter Einbeziehung von Stepptanz, war doch das tänzerische Element bei Ellington von allem Anfang an integriert.
Bridget Fogle | Sopran
Keith Chin | Stepptanz
Universitätschor Rostock | Leitung: Robin Portune
UniverCity Big Band Rostock | Leitung: Josef Tiggesbäumker
Universitätschor Greifswald | Leitung: UMD Harald Braun
