Die Publikation untersucht die Entwicklung der sicherheitspolitischen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen seit den frühen 1990er Jahren – einer Phase tiefgreifender Umbrüche nach dem Ende der Sowjetunion. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung von einer Phase politischer Unsicherheit hin zu einer dauerhaften sicherheitspolitischen Einbindung in die NATO.
Auf Grundlage umfangreicher Archivquellen und Interviews mit politischen Entscheidungsträgern zeichnet das Buch zentrale Etappen dieses Prozesses nach: von der Unabhängigkeit der baltischen Staaten über den Abzug russischer Truppen bis zum NATO-Beitritt Anfang der 2000er Jahre.
„Ohne das aktive Engagement der Vereinigten Staaten wären die drei baltischen Staaten nicht Mitglieder der NATO geworden und würden sich heute vermutlich in einer Art ‚Grauzone‘ befinden“, erklärt Banka.
Ein besonderer Fokus liegt auf den politischen Debatten innerhalb der westlichen Staaten. Während insbesondere europäische Regierungen eine schnelle NATO-Osterweiterung zunächst skeptisch sahen und mögliche Reaktionen Russlands diskutierten, trieben die Vereinigten Staaten den Integrationsprozess maßgeblich voran.
Aktuelle Relevanz: Ostseeraum im Wandel
Die Publikation stellt diese Entwicklungen auch in einen aktuellen Kontext: Die sicherheitspolitische Rolle der Vereinigten Staaten in Europa verändert sich, während zugleich europäische Staaten stärker Verantwortung im Ostseeraum übernehmen.
Ein Beispiel dafür ist die Entscheidung Deutschlands, eine kampfbereite Brigade mit rund 5000 Soldaten in Litauen zu stationieren. Diese Maßnahme gilt als bedeutender Schritt für die sicherheitspolitische Präsenz an der NATO-Ostflanke und unterstreicht die fortdauernde strategische Bedeutung der Region.
Greifswald als Standort für Ostseeraumforschung
Das Buch ist im Umfeld des Lehrstuhls für Internationale Beziehungen und Regionalstudien sowie des Interdisziplinären Forschungszentrums Ostseeraum (IFZO) angesiedelt. Beide Einrichtungen befassen sich mit den politischen, historischen und sicherheitspolitischen Entwicklungen im nordöstlichen Europa.
„Die Universität Greifswald ist hervorragend positioniert, um sich zu einem der zentralen Wissensproduzenten im Bereich sicherheitspolitischer Fragen im Ostseeraum zu entwickeln“, so Banka.
Weitere Informationen
Publikation: Banka, Andris. America, the Baltic States and the Making of an Unlikely Security Alliance, Palgrave Macmillan, 2026. https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-032-12815-7
Das Interdisziplinäre Forschungszentrum Ostseeraum (IFZO) erforscht die Geschichte, Gegenwart und zukünftigen Herausforderungen des nordöstlichen Europas. Im Zentrum der Arbeit steht der Ostseeraum, der als geographische und politische Einheit durch eine Vielfalt an Kulturen und ein einzigartiges Ökosystem geprägt wird und zudem von großer geopolitischer Bedeutung ist. Eine genauere Beschreibung des Forschungsprofils finden Sie hier.
Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Dr. Andris Banka
Bahnhofstraße 51, 17489 Greifswald
Telefon +49 3834 420 3334
andris.bankauni-greifswaldde
Zum LinkedIn-Profil
