„Der Bundesadler selbst steht wie kein anderes Symbol für die freiheitlich-demokratische Grundordnung der Bundesrepublik“, sagt Rozbeh Asmani. „Wenn man nun einen Bundesadler aus Butter erstellt – und das zumal im Hochsommer –, muss dieser gekühlt werden. Genau wie eine funktionierende Demokratie erfordert dieser Adler Fürsorge und Pflege. Mit dem Butteradler verweise ich damit auf die Fragilität demokratischer Ordnung.“ Um im Verlauf der sechsmonatigen Ausstellung nicht zu schmelzen ist die Adler-Skulptur aus Butter auf ein eigens entwickelte Kühlkammer angewiesen, die in Zusammenarbeit mit dem Institut für Thermodynamik der Leibniz Universität Hannover entwickelt wurde.
In seiner künstlerischen Praxis setzt sich Rozbeh Asmani mit Patenten und Markenprodukten auseinander. Für seine Skulpturen, Plastiken und Druckgrafiken verwendet er oft Alltagsmaterialien, wie in der Vergangenheit bereits Schokolade, Lakritz-Extrakt oder Kaffeesatz. Für die Ausstellung im Frankfurter Museum für Angewandte Kunst fand er den Aspekt spannend, dass herkömmliche Butter mit vielen menschlichen Emotionen verbunden ist, wie als streng rationierte Ressource in der Nachkriegszeit oder der tägliche aktualisierte Butterpreis. Zugleich wird die Deutsche Markenbutter als einziges Lebensmittel mit dem Bundesadler auf der Verpackung zertifiziert.
Die künstlerische Arbeit „Butteradler“ wird im Rahmen der Ausstellung „Adler, Orden, Wahlurne – Redesigning Democratic Representation“ gezeigt und lädt dazu ein, vertraute Zeichen des demokratischen Gemeinwesens neu zu betrachten. Drei Jahre lang begleitet das Team um Prof. Dr. Friedrich von Borries, Designtheoretiker von der Hochschule für bildende Künste Hamburg, Politiker*innen in ihrem parlamentarischen Alltag, um zu verstehen, wie Repräsentation im Kleinen funktioniert. Die gestalterische Perspektive in der Ausstellung richtet den Blick auf das Sinnliche und Materielle dieser Arbeit. Passen die Zeichen noch zu dem, was wir heute unter Demokratie verstehen?
Der Butteradler wird vom 28. August 2026 bis zum 21. Februar 2027 neben weiteren Arbeiten von Gestalter*innen und Künstler*innen im Rahmen der Ausstellung „Adler, Orden, Wahlurne – Redesigning Democratic Representation“ im Museum für angewandte Kunst in Frankfurt gezeigt werden.
Weitere Informationen
Die Ausstellung entstand im Rahmen von Re·De·Re, einem Forschungsprojekt der Hochschule für Bildende Künste (HFBK) Hamburg und der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung. Ausstellung und Projekt werden gefördert von der VolkswagenStiftung.
Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Rozbeh Asmani
Caspar-David-Friedrich-Institut
Bahnhofstraße 46/47, 17489 Greifswald
Telefon +49 3834 420 3280
r.asmaniuni-greifswaldde

