Das Eigene und das Fremde im Mittelalter

Vortragsreihe im Wintersemester 2019/20


Eröffnungsvortrag

Prof. Dr. Bernhard Jahn (Universität Hamburg): Inklusion und Exklusion im Dyl Vlenspiegel

Die 1515 in Straßburg gedruckte Schwanksammlung Ein kurtzweilig lesen von Dyl Vlenspiegel ist das erste erhaltene umfassende Textzeugnis, in dem Till Eulenspiegel als literarische Figur auftritt. Die Funktion des Buches (reine Unterhaltung oder Lasterkritik? Bestätigung kirchlicher Normen oder sozialrevolutionäre Tendenz?) ist in der Forschung nach wie vor umstritten. Im Vortrag soll erprobt werden, ob die Deutung Eulenspiegels als Figuration des Fremden ein neues Verständnis ermöglicht.

Bernhard Jahn studierte Germanistik und Musikwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er promovierte 1993 in München, 2002 folgte die Habilitation an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Seit 2010 ist er Professor für Deutsche Literatur des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit an der Universität Hamburg. Einer seiner Forschungsschwerpunkte liegt im Bereich des Theaters in der Frühen Neuzeit mit einem besonderen Interesse am Musiktheater. Er ist Mitglied des Hamburger Graduiertenkollegs Interkonfessionalität in der Frühen Neuzeit und Mitherausgeber des literaturwissenschaftlichen Verfasserlexikons Frühe Neuzeit in Deutschland, 1620–1720.