Das Eigene und das Fremde im Mittelalter

Vortragsreihe im Wintersemester 2019/20



Prof. Dr. Juliane von Fircks (Universität Jena): Die Mongolen und Europa - Globale Verflechtung um 1300 aus kunsthistorischer Perspektive

Dritter Vortrag der Reihe

Montag, 25. November 2019, 18.15 Uhr - Hörsaal 2, Rubenowstr. 2 (Audimax)

Globale Vernetzung im Mittelalter, gab es sie überhaupt? Und falls ja, wer hatte daran teil und welches waren ihre Auswirkungen und Grenzen?
Um sich diesen Fragen zu nähern, nimmt der Vortrag die ab 1279 knapp einhundert Jahre währende Zeit der Herrschaft der Mongolen über Asien in den Blick, die nicht nur die traditionellen Kulturen Chinas und Irans grundlegend veränderte, sondern, aufgrund der Öffnung der Handelswege, auch italienische Fernhändler wie Marco Polo bis nach China reisen ließ. Im Fokus stehen Luxuswaren wie Seidenstoffe, Gefäße aus Edelmetall, Glas und Porzellan, die innerhalb Asiens sowie von Asien nach Europa gehandelt wurden.
Es soll gezeigt werden, dass die Aneignung der importierten Artefakte nicht umfassend war, sondern von Region zu Region auf höchst unterschiedliche Weise erfolgte. Dabei werden auch Formen der geistigen Grenzziehung oder auch Anzeichen von Ignoranz seitens der Europäer gegenüber den fremden Motiven, Formen und Inhalten in die Betrachtung miteinbezogen und die Gründe hierfür zu diskutieren sein.

Mongolischer Krieger unter dem Kreuz Christi, 2. Hälfte 14. Jahrhundert; Subiaco, Oberkirche des Benediktinerklosters (Foto: Archiv Juliane von Fircks)