Vom Ideal zur Notwendigkeit: Das Mensch- Natur-Verhältnis von 1800 bis heute

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In den Jahren um 1800 beginnt die große Umgestaltung der Agrarwirtschaft in Mitteleuropa, auch in Pommern. Einstiges Ödland bzw. die zuletzt verbliebenen natürlichen Landreserven wie Heiden und Moore werden nutzbar gemacht, die Erträge gesteigert. Doch die Romantik träumt nicht vom Kulturland, sondern vom Wald. Schon 1854 schreibt Wilhelm Heinrich Riehl: „Jetzt ist es dagegen auch eine Sache des Fortschrittes, das Recht der Wildnis zu vertreten neben dem Rechte des Ackerlandes.“ Was aber war und ist Wildnis in unserer Landschaft von gestern und von heute? Wer entscheidet, was die richtige Landschaft ist? Woher kommen unsere Ideale vom Naturschönen und was ist aus der einstigen Naturlandschaft geworden? Wie bewertet der Naturwissenschaftler die Landschaft, über die er forscht? Wo der Mensch in die Natur eingreift, sind die Objektbereiche schwer zu trennen. Im öffentlichen Gespräch versuchen ein Historiker und eine Ökologin dem Wandel des Mensch-Natur-Verhältnisses auf die Spur zu kommen und die Konsequenzen, die sich daraus für die Wissenschaft ergeben könnten, abzuleiten.

Anne Zemmrich studierte Biologie in Jena und Greifswald mit dem Schwerpunkt Landschaftsökologie. 2007 wurde sie zu Fragen der Weideökologie in mongolischen Steppenökosystemen promoviert. Derzeit habilitert sie und engagiert sich für Naturschutz in Vorpommern.

Thomas Stamm-Kuhlmann ist seit 1996 Professor für Allgemeine Geschichte der Neuesten Zeit an der Universität Greifswald. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören vor allem die Geschichte Preußens und die Wissenschaftsgeschichte.

Moderation: Philipp P. Thapa


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